Damit keiner auf der Strecke bleibt und die Fahrt nicht zu einer Höllenfahrt ausartet, solltest du dir diese Reisetipps zu Herzen nehmen.

Außerdem findest du hier auch ein paar Geheimtipps, die dich abseits der touristischen Pfade bringen!

10 Dinge, die du unbedingt beachten solltest um deine Reise im Bundesstaat Minas Gerais zu planen und durchzuführen.

1. Tankstellen: Die Tankstellen sind in der Nacht nicht geöffnet! Teile dir also dementsprechend die Route ein.

2. Schlaglöcher: die Straßen sind teilweise ziemlich löchrig, sodass man nicht schnell fahren kann – das ist offensichtlich. Aber die Gefahr besteht dann, wenn die Straße fast neu ist, man dementsprechend zügig fährt und dann auf einmal aus dem Nichts ein riesiges Schlagloch auftaucht, das die gesamte Fahrspur in Anspruch nimmt. Das kommt nicht selten vor! Bitte immer vorausschauend fahren.

3. Verkehr und LKWs: Minas Gerais hat viel Industrie, dementsprechend sind auch sehr viele LKWs unterwegs, gerade auf der Autobahn 381 São Paulo – Belo Horizonte, die übrigens teilweise auch ziemlich kurvig ist und rauf und runter geht. Sei dir dessen bewusst, falls du ein Teil der Strecke auf dieser Autobahn zurücklegen willst.

4. Radar: Fast bei jeder Dorf- bzw. Stadteinfahrt gibt es ein Radar. Meist wird dies aber durch ein Straßenschild angekündigt. Jedenfalls solltest du nicht zu schnell durch die Dörfer bzw. Städte fahren.

5. Nacht fahren: Ich rate jedem nicht bei Nacht zu fahren! Erstens gibt es keine Beleuchtung auf den Landstraßen – man sieht also auch die Schlaglöcher nicht! Zweitens sind die Tankstellen nicht geöffnet und drittens ist es auch schwierig jemanden zu finden, sollte man einmal nach dem Weg fragen müssen.

6. GPS: Es ist ratsam ein GPS dazu zunehmen, aber Achtung, versichere dich, dass das GPS auch wirklich auf dem neuesten Stand ist. Die Straßensituation ändert sich ständig. Am besten, du nimmst auch eine herkömmliche Straßenkarte mit – für den Fall!

7. Sprache: Wie fast überall in Brasilien sprechen die Leute hier so gut wie kein Englisch. Mit Spanisch geht es schon besser. Ich rate dir dich sprachlich etwas vorzubereiten oder wenigstens ein Portugiesisches Wörterbuch mitzunehmen.

8. Fotos: In vielen Kirchen in Ouro Prêto ist es nicht erlaubt Fotos zu machen, in anderen Städten aber oft schon. Erkundige dich einfach beim Hineingehen, ob es erlaubt ist oder nicht.

9. Steile Straßen in Ouro Prêto: die Straßen sind sehr, sehr steil! Wenn die gepflasterten Straßen dann noch nass sind vom Regen, sind sie extrem rutschig und es ist nicht garantiert, dass man dann alle Straßen mit dem Auto hoch kommt.

10. Sicherheit: Minas Gerais gilt als sehr sichere Gegend, gerade im ländlichen Bereich. Trotzdem solltest du darauf achten, niemals Wertgegenstände offensichtlich im Auto liegen zu lassen. Auch wenn du mit der Kamera herumläufst, solltest du diese nicht zu offenkundig präsentieren. Einfach den Hausverstand mitnehmen!

 

Geheimtipp “Estrada Real”

Im 17. Jahrhundert wurde in der Gegend um Ouro Prêto Gold gefunden. Zwischen 1730 und 1760 erreichte die Goldproduktion ihren Höhepunkt. Die portugiesische Krone nahm zwischen 1735 und 1751 34.275 Kilo Gold aus der Steuer ein, was einer jährlichen Produktion von elf Tonnen Gold entsprach!

Sicht auf Paraty, Brasilien

Um das Gold nach Portugal schiffen zu können, musste es hinunter zum Meer gebracht werden, genauer gesagt zur Stadt Paraty, gelegen im Bundesstaat Rio de Janeiro.
Es wurde also ein Weg von ca. 1.600 km Länge von den afrikanischen Sklaven gebaut, die “Estrada Real”. Damals benötigte man ca. 60 Tage um diese Strecke mit Mulis oder Pferden zurückzulegen.

 

Im selben Jahrhundert wurden in dieser Gegend auch Diamanten gefunden – die ersten außerhalb Asiens. Daraus resultiert auch der Name der Stadt wo sie gefunden wurden: Diamantina. Nun musste also auch ein Weg von Diamantina nach Ouro Prêto geschaffen werden. Später wurde dann noch eine weitere Route gebaut um nach Rio de Janeiro zu gelangen, statt nach Paraty.

Hier kannst du dir die Wege auf der Landkarte ansehen: Dunkelgrün von Diamantina nach Ouro Prêto, orange der alte Weg von Oure Prêto nach Paraty und rot der neue Weg dann nach Rio de Janeiro.

Estrada Real für Abenteuerlustige

Man kann diese Estrada Real heutzutage auch noch zurücklegen, entweder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Motorrad oder sogar mit dem Pferd.

Du musst dich aber auf jeden Fall vorher sehr gut informieren und dich darauf vorbereiten, da dieser Weg zum Teil in einem sehr desolaten Zustand ist.

Auf dieser Website findest du einiges an Information.

 

Sehenswürdigkeiten in Minas Gerais

Entlang dieser Wege entwickelten sich wichtige Städt, die heute teilweise zum UNESCO  Weltkulturerbe gehören, wie Ouro Prêto, Diamantina oder die Kirche Santuario de Bom Jesus de Matosinhos in der Stadt Congonhas.

Barocke Gebäude in Ouro Preto

 

Pittoreske Straßen in Minas Gerais

Aber auch Städte wie Paraty, Tiradentes, Mariana und São João del Rei sind äußerst sehenswert.

Was ihr auf keinen Fall verpassen solltet – soweit eure Zeit es zulässt – sind Diamantina, Ouro Prêto, Tiradentes und Paraty (mehr Information zu Paraty weiter unten), denn diese Städte haben bis heute ihren kolonialen Flair beibehalten. Man fühlt sich dort sprichwörtlich zurückversetzt in die Kolonialzeit mit seinen pittoresken, bunten Häuschen, den gepflasterten Straßen und reichgeschmückten Barockkirchen.

 

 

In Congonhas befindet sich die Kirche Santuario de Bom Jesus de Matosinhos mit Skulpturen des brasilianischen Baumeisters und Bildhauers Aleijadinho sowie sieben Kreuzweg-Kapellen auf dem hügelig ansteigender Vorplatz (UNESCO Weltkulturerbe).

Santuario de Bom Jesus de Matosinhos, Congonhas

Die historische Altstadt von São João del Rei steht unter Denkmalschutz, darunter die wunderbare Barockkirche São Francisco de Assis.

São Francisco de Assis

 

Von wo aus starte ich die Route nach Minas Gerais?

Möchte man mit der Rundfahrt in São Paulo beginnen, bietet es sich an, die Route im Süden von Minas Gerais anzufangen.
Im Süden liegt der sogenannte “Circuito das Águas” zurückzuführen auf das Heil- und Mineralwasservorkommen in dieser Gegend. Eine dieser Städte ist Caxambu, wo sich nicht nur Heilwasserquellen und Mineralbäder befinden sondern auch einer der größten Mineralwasserparks der  der Welt.

Wer die Reise in Rio de Janeiro beginnt, kann über Petrópolis fahren, auch bekannt als die “Kaiserstadt”. Der Name stammt vom letzten Kaiser Brasiliens, Pedro II. Im 19. Jahrhundert diente die Stadt als Sommerresidenz der brasilianischen Kaiser und Aristokraten. Auch der Schriftsteller Stefan Zweig lebte in Petrópolis für 5 Monate bevor er hier Selbstmord begann.

 

Geheimtipp Vale do Matutu

Aussicht auf das Tal do Matutu

Abseits der Zivilisation trifft auf dieses Tal tatsächlich zu. Nachdem man durch die Stadt Aiuruoca gefahren ist, wird die Asphaltstraße zu einem erdigen Feldweg. Ich war mit einem Ford Ecosport unterwegs und hatte keine Probleme (allerdings war es zu dieser Zeit auch trocken). Aber mir wurde versichert, dass es auch bei Regen leicht machbar sei.

 

Dieses faszinierende, von Bergen und Wasserfällen umgebene, grüne Tal bietet Ruhe und Entspannung. Wenig Menschen leben hier und die einzige Straße durch das Tal endet in einer Sackgasse.

Was kann ich im Vale do Matutu unternehmen?

Man kann hier tolle Wanderungen machen, entweder in die Höhe oder zu wunderbaren Wasserfällen. Wenn man auf den Pico do Papagaio (2.293 m) wandert, hat man atemberaubende Aussichten. Tipp: Nimm dir einen Wanderführer, da der Weg nicht angeschrieben und teilweise einfach nicht erkenntlich ist. Die Wanderung ist zwar anstrengend, aber absolut machbar wenn man fit ist. Frag dann am besten in deiner Unterkunft nach einem Wanderführer (oder mich – ganz unverbindlich!).

Aussicht vom Pico do Papagaio

Es gibt mehrere Pousadas, u.a. das Estalagem Mirante (am Eingang des Tales gelegen) oder die Pousada Mandala das Águas , das fast am Ende der Straße liegt.

Dort befindet sich auch das Restaurant Tia Iraci wo du hervorragende Hausmannskost in einer malerischen Umgebung genießen kannst.

“Comida mineira”

Übrigens, die comida mineira (also die Küche von Minas Gerais) ist in ganz Brasilien sehr bekannt, vor allem auch deswegen, weil sie typischerweise – bis heute – auf einem Holzofen zubereitet wird. Lass dir das also nicht entgehen und probiere unbedingt auch pão de queijo, das sind eine Art “Käsebällchen”.

 

Benötige ich Bargeld in Minas Gerais?

Ich würde unbedingt genügend Bargeld in Brasilianischem Real mitnehmen. Gerade in den abgelegenen Gegenden und kleinen Ortschaften werden Kreditkarten oft nicht akzeptiert bzw. gibt es keine Bank zum wechseln oder Geld abheben. In den größeren Städten kann man meistens mit Kreditkarte bezahlen und die Gelegenheit Geld zu wechseln ist auch gegeben. Mit dem Geld abheben ist es so eine Sache. Bei mir hat es mit meiner österreichischen Bankomat bzw. Kreditkarte nur bei der “Banco do Brasil” funktioniert. Aber die ist eh fast in allen Städten anzufinden.

 

Wie komme ich von Minas Gerais nach Paraty?

Falls du nach Paraty fährst, erkundige dich bitte ob die Straße über Cunha (459) bereits durchgehend befahrbar ist. Ich war dort 2015 und da war sie noch nicht durchgehend befahrbar, bzw. nicht durchgehend gesichert sondern nur ein Erdweg. Alternativ kannst du nach Rio de Janeiro oder Angra dos Reis fahren und dann der Küste entlang – was übrigens auch eine phantastisch schöne Route ist mit vielen, tollen Stränden.

Wenn du in Paraty noch einen AKTIVURLAUB anhängen möchtest, dann findest du hier spannenden Angebote!

 

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Aussicht auf den Saco de Mamanguá vom Pão de Açúcar, Brasilien